Lebensversicherungs-Renditen auf Abwegen

Lebensversicherungen-wie eine Illusion zerplatzt

Sie sind offene Wort von uns gewohnt. Am Wochenende war in den Medien eine Berichterstattung über Lebensversicherungen zu lesen, welche unsere Veröffentlichungen bestätigt. Endlich stellt auch die Presse fest:
Weder die gesetzliche Rente noch die private Altersvorsorge in Form von Lebens- und Rentenversicherungen sind sicher.

Wer heute noch eine Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung bedient, ist arm dran. Die Renditen sind in den letzten Jahren kläglich zurückgegangen. Das liegt natürlich unter anderem daran, dass die Kapitalmarktsituation (Anleihenverzinsung stark rückläufig) nicht besonders rosig aussieht und dass auch teilweise mit dem Geld der Kunden gezockt. Und dass sich in der Finanzkrise einige verzockt haben, dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein. Schauen wir uns deshalb zunächst einmal die Entwicklung der Renditen der Lebensversicherungen an:

Der sogenannte Garantiezins liegt derzeit bei gerade Mal 2,25%. Und das ist nur die halbe Wahrheit. Denn sowohl der Garantiezins wie auch die in der Öffentlichkeit immer schön dargestellten Renditen lassen gerne in den Darstellungen wichtige Komponennten weg: Kosten, Inflation, Steuern. So ist auch der Garantiezins definitiv bei den meisten Gesellschaften eine Mogelpackung, denn er wird nicht auf die monatliche bzw. jährliche Sparrate vergütet, sondern lediglich auf die verbleibende Rate nach Kosten. Und diese Kosten sind horrend. Nicht selten 30 % oder mehr. Und sofern Sie 2,25 % auf nur noch 70% Ihrer Sparrate erhalten, wie hoch ist der Garantiezins dann? Genau: 1,57 %.
Und wenn Sie dann auch noch die Inflation berücksichtigen, die gem. den “offiziellen Zahlen” im Durchschnitt bei rund 3% in den letzten Jahren lag, wie sieht dann plötzlich Ihre Verzinsung aus?

Genau: Sie sparen rückwärts! Jedenfalls hat das nichts mehr mit Geldvermehrung und schon gar nichts mit Altersvorsorge zu tun.

Nun wird es aber noch besser: Jetzt steht auch noch der Garantiezins von 2,25 Prozent auf der Kippe. Er soll für Bestandkunden weiter abgesenkt werden und Neukunden könnten schon ab Sommer 2011 nur noch Verträge mit weniger als zwei Prozent Zinsausstattung angeboten bekommen, ist aus der Branche zu hören. Für die Versicherer ein gutes Geschäft, denn das deutsche Volk schläft. Schließlich sind derzeit rund 100 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen auf das deutsche Volk verteilt. Die Versicherungssummen addieren sich auf sagenhafte 2,5 Billionen Euro. Und auch heute werden täglich neue Verträge abgeschlossen im Vertrauen auf den Vertreter aus der Nachbarschaft. Aus unserer Sicht ein unglaublicher Schaden und kaum einer merkt es.

Fazit:

Finger weg von Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen. Prüfen Sie besser für solche Fälle fondsgebundene Policen oder reine Investmentsparpläne. Langfristig gesehen sind die Renditen hier zumindest etwas besser. Vor kurzem sagte Herrn Poweleit vom Map-Report bei einem IHK-Seminar: „Die Rechnung gesetzliche plus private Rente geht für immer weniger Sparer auf. Die anhaltende Niedrigzinsphase ist eine Katastrophe.“ Poweleit zeichnet ein düsteres Szenario. Sollten die Zinsen weitere drei Jahre so niedrig bleiben, könnten schwächere Versicherer Probleme bekommen, die versprochenen Garantien einzulösen. Schon heute schaffen 56 von 99 deutschen Versicherungsgesellschaften nicht mehr den Streßtest – so das DSFI. Was das heißt?

Ihr Geld wird von einem Unternehmen verwaltet und wenn dieses Unternehmen in eine Schieflage gerät ode gar pleite geht – dann gehen Sie leer aus.  Vielleicht wird nun dem Letzten klar: Auch die private Rente ist alles andere als sicher.

Mit feundlicher Genehmigung des Autors

Jürgen A. Kettner

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