Wie wir Deutschen manipuliert werden
Das Thema Sicherheit ist bei den Deutschen vorrangig. Das haben die Werbeagenturen der Banken und Versicherungen sehr früh erkannt und haben ein Wort geschaffen, das eigentlich genial ist. Ich spreche von der Garantieverzinsung. Da werden Emotionen erzeugt: Sicherheit und Geldvermehrung. Und das, obwohl die Garantieverzinsung zukünftig nur noch 1,75 % beträgt. 1,75 % bei einer durchschnittlichen Inflation in den letzten 40 Jahren von 3,07% laut statistischem Bundesamt.
Das muss man sich auf der Zunge vergehen lassen:
Die meisten Deutschen legen ihr Geld in Produkten an, die zwischen 1,75% bis 2,5% Rendite haben. Allein 90 Millionen Lebensversicherungen waren es Anfang 2011 - Private Rentenversicherungen, Riester-Rentenversicherungen und Kapital-Lebensversicherungen - und 83 Millionen Bausparverträge – bei rund 40 Millionen Bürgern, die in Lohn und Brot sind. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 3,07% in den letzten 40 Jahren bekommt hier das Wort Garantieverzinsung eine ganz neue Bedeutung: Es ist die Garantie auf einen Verlust!
Dabei ist das Wort Garantiezins eigentlich eine Täuschung, denn die meisten Bürger glauben, das es diese Garantieverzinsung auf die Beiträge geben würde. Aber das ist ein sehr großer Irrtum. Die Garantieverzinsung bezieht sich nur auf den Sparanteil und der kann mit den inzwischen zunehmenden Kosten bei den Versicherungen sehr niedrig ausfallen. Aber die Bürger nehmen nur das Wort Sicherheit auf – und schalten dann ab.
Gleichzeitig werden seit Monaten die Menschen in den Medien vor Anlagen an der Börse gewarnt und damit auch vor Anlagen in Aktienfonds. Sie werden verunsichert und das ist für uns der Anlass, dass wir heute wieder einmal zeigen wollen, wie sehr wir manipuliert werden.
Bank-Berater verkünden die gleiche Botschaft. Daher wollen wir zuerst einmal an zwei Grafiken zeigen, wie die Wirklichkeit aussieht.
Wir zeigen ihnen am Beispiel des Pioneer Fund, wie dieser Fonds die Krise gemeistert hat. Unglaublich – aber Zahlen lügen nicht.
Wenn man 1928 einen Betrag von 10.000 USD z.B. in ein Sparbuch eingezahlt hätte, dann wäre der Wert der eingezahlten Summe – die Inflation einmal nicht mit einberechnet – nach exakt 70 Jahren, also bis zum Jahr 1998 auf rund 56.320 angewachsen. In einer festverzinslichen Anlage mit einer Rendite von 5 % angelegt, wären daraus in dieser Zeit rund 300.000 geworden. Im Pioneer Fund angelegt, wäre das Ergebnis aber unglaublich gewesen: 10.000 1928 eingezahlt – USD oder eine andere Währung wären dabei unerheblich – hätten 1998 einen Wert gehabt von über 64 Millionen. Ja Sie haben richtig gelesen: Trotz vieler Kriege und Krisen, wäre die angelegte Summe so immense angewachsen. Denn die Unternehmen haben nur ein Ziel: Gewinne zu machen. Davon profitiert der Anleger. Und auch vom Zinseszins profitiert er. Das aber wird uns verschwiegen, denn sonst könnten wir ja aufwachen. Und vielleicht plötzlich erkennen, dass das mit dem Risiko bei einer Anlage in einem internationalen konservativen Aktienfonds – langfristig betrachtet – einfach nicht stimmt.
Ende der 90-er Jahre endlich wachten die Deutschen zum ersten Mal auf und glaubten zu verstehen, was es mit der Börse auf sich hat. Viele verstanden, dass die Anlage an der Börse vielleicht doch besser ist, als die von Banken und Versicherungen angebotenen Produkte. Aber die Finanzlobby schlief nicht – wieder wurden wir manipuliert: Man machte uns glauben, dass es an der Börse nur nach oben geht, dass es richtig wäre, in Aktien anzulegen – nicht gestreut, es gab ja die Volksaktie. Oder die Bürger wurden in riskante Aktienfonds “gejagt”: in
Technologie-Fonds, Biologie-Fonds, Branchen-Fonds und vor allem Länderfonds, also z.B. in Fonds, die nur in Deutschland anlegen. Sie wurden als “Werte fürs Leben” empfohlen.
Und dann kam die erste Krise, die so genannte Internetkrise. Da die Menschen in Deutschland ja nicht wussten, dass man solche Krisen “aussitzen” muss, wurde verkauft, verkauft und – viel Geld verloren.
2005 ging es dann an der Börse wieder aufwärts – aber die Deutschen lehnten nun solche Papiere ab. Der Börsenboom ging an Deutschland komplett vorbei – mit Ausnahme der Banken: Die machten Gewinne wie noch nie – und wurden immer gieriger und unbesonnener. So war es kein Wunder, dass es zur Finanzkrise kam. Aus der wir übrigens noch nicht heraus sind.
Jetzt war das Fass, was Aktienfonds anbelangt, voll:
Alle Medien warnten vor “riskanten Anlagen” und meinten damit Aktienfonds. “Sichere” Anlagen waren gefragt: Gold boomte, Immobilien boomten – dabei wird immer übersehen, dass die nicht bezahlte Immobile eigentlich der Bank gehört. Und überraschender Weise Geldwertanlagen: Lebensversicherungen, also private Rentenversicherungen und Riester-Rentenversicherungen, Sparbücher, Tagesgelder, Bausparverträge etc.
Eine Forsa-Umfrage zum Thema Sicherheit und Inflation Anfang des Jahres brachte hier erschreckende Ergebnisse: 32 % glaubten Lebensversicherungen wären sicher, 30 % nannten Riester-Rentenversicherungen, 28% sagten gar, dass Sparbücher sicher gegenüber einer Inflation seien und 27 % nannten das Tagesgeld!
Nur 18 % nannten Aktienfonds.
Wie aber haben sich Aktienfonds nun wirklich entwickelt.
Wieder kommen wir auf den Pioneer Fund zurück. Denn dieser Fonds hat die längsten Aufzeichnungen – er war nicht immer der Beste.
Sehen Sie selbst und sehen Sie sich auch die Performance, also die Wertentwicklung der beiden anderen Fonds an: Unvorstellbar – aber diese Zahlen werden von den Börsenaufsichten ständig geprüft. Da muss alles stimmen, darf keine Zahl hinter dem Komma falsch sein. Aber das wird den Deutschen einfach verschwiegen.
Übrigens: Ein Sparbuch mit einem Zins von 2,5% – wo gibt es denn das noch -hätte bis Ende 2010 rund 75.750 erbracht und ein festverzinsliches Wertpapier mit 5% Verzinsung hätte 546.410 erbracht. Warum hätte?
Weil alle Geldwerte im letzten Jahrhundert zweimal völlig zerstört wurden.
Internationale Spitzenfonds
Aber nicht nur der Pioneer Fund hat die zwei gewaltigen Börsencrashs unbeschadet überstanden. Nachfolgend finden Sie zwei Grafiken von Spitzenfonds, die Ihnen zeigen, dass internationale gemanagte Aktienfonds trotz der Internetkrise und der Finanzkrise, Renditen erwirtschaftet haben, die fast unglaublich sind. Unglaublich aber nur deshalb, weil wir Deutschen, was Aktienfonds anbelangt, bewusst dumm gehalten werden. Wenn Sie das einmal erkannt haben und beginnen sich zu informieren, dann hat dieser Beitrag sein Ziel erreicht. Das Sie beginnen, niemandem blind zu vertrauen, sondern sich die Zeit nehmen, sich einmal mit Finanzen zu befassen, vielleicht unsere Seiten auf www.bds-deutchland.de studieren und sich eine eigenständige Meinung machen.
Hier nun zwei von vielen Spitzenfonds:
Einer der reichsten Menschen seiner Zeit, John D. Rockefeller, hat einmal einen sehr weisen Satz gesagt:
“Einmal im Monat sich mit seinen Finanzen zu befassen, bringt mehr als 30 Tage zu arbeiten.”
Wenn Sie sich dazu keine Zeit nehmen, dann kann es Ihnen so ergehen wie mir: Vor nunmehr 14 Jahren wurde mir schmerzlich klar, das es sehr teuer werden kann, sich dazu keine Zeit zu nehmen: Ich hatte 12 Lebensversicherungen und etliche Geldwert-Bankprodukte. Als ich das erkannte, war ich zuerst geschockt. Aber dann wurde mir klar, dass wir alle manipuliert werden – und ich habe mit Freunden aus allen Berufsschichten den unabhängigen gemeinnützigen Verbraucherschutzbund Bund der Sparer e.V. gegründet.
Wie ist das möglich?
Auf der Rückseite meines Buches DIE FINANZBIBEL habe ich die Antwort als ersten Satz allen anderen vorangesetzt:
Wir lernen in den Schulen sehr vieles, was wir im Leben nie mehr brauchen, aber:
Wir lernen nichts über Finanzen!
Darüber sollten Sie einmal nachdenken! Dann verstehen Sie, dass nur so diese gigantische raffinierte Manipulation, mit der wir alle von Kindheit an vertraut gemacht und geprägt werden, möglich ist. Und dass so Betrügern Tür und Tor geöffnet sind.
Mehr darüber finden Sie unter:
www.finanzluege.de
Dieses neue Buch DIE FINANZLÜGE mit allem, was Sie über Finanzen wissen sollten, gibt es jetzt als E-Book mit über 230 Bilder und Grafiken:
Unter www.franzjherrmann.de finden Sie alles über und zu dem Buch: DIE FINANZBIBEL
P.S.: Wenn Sie der Meinung sind, mehr Bürger sollten diesen Beitrag lesen, dann geben Sie den Link zu dieser Seite an Freunde und Bekannte weiter. Die Informationen sind gratis. Danke für Ihre Mithilfe bereits im Voraus.
Denn nur wenn viele erkennen, wie wir manipuliert werden, sind Veränderungen möglich. Unser Slogan:
“Nur wer etwas tut, kann etwas bewegen!”
Beachten Sie auch unsere allgemeinen Informationen auf www.bund-der-sparer.de , insbesondere die Informationen unter “Infos von A-Z” und die Broschüre auf der Startseite “Die Folgen der Finanzkrise” mit dem Untertitel: “Wie Sie sich vor dem Zusammenbruch des Geldsystems schützen können”.
Haftungsausschluss
Die Publikation auf unserer Website www.bds-online.info beruhen auf von uns nicht immer bis ins letzte Details überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder.
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