EUROBONDS und EFSF – Ausweg aus der Krise?
Erstellt von F. Herrmann am 11/24/11 • In Kategorie Finanzen,Politik
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Pläne zur Einführung von Euro-Bonds mit deutlichen Worten zurückgewiesen. “Ich halte es für außerordentlich bekümmerlich, unpassend, dass die Kommission heute im Fokus Euro-Bonds vorschlägt in verschiedener Ausprägung”, sagte die Bundeskanzlerin am Mittwoch im Bundestag in Berlin. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso legte am Mittwoch eine Machbarkeitsstudie zur Einführung von Euro-Bonds vor. Barroso sieht in einer stufenweisen Schuldenaufteilung einen Weg aus der Eurokrise. Ganz im Gegensatz zu den Vorstellungen der Buindesregierung, die agumentiert, dass gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten keine Lösung für die aktuellen Schuldenprobleme darstellen und allenfalls am Ende eines langen Prozesses stehen könnten. Erst wenn sich die Haushalte der Schuldenländer konsolidiert und die Wettbewerbsfähigkeit in den 17 Euro-Ländern einander angenähert hätten, könnte man auf dieses Finanzierungskonzept zurückgreifen. Fakt ist, dass die Einführung von Eurobonds den deutschen Staat übermäßig belasten würde und sich die Bundesregierung daher gegen die Einführung von Euobonds wehrt.
Andererseits könnten sich alle anderen EU-Staaten mit Eurobonds günstiger als aktuell finanzieren. Merkel kritisierte am Mittwoch, die EU-Kommission unterstelle, dass es gelingen könnte, “durch Vergemeinschaftung der Schulden” aus den Strukturmängeln der Währungsunion zu kommen. “Genau das wird nicht klappen”, warnte sie. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte vor einem Nachlassen der Konsolidierungsbemühungen durch Euro-Bonds. Wenn über Euro-Bonds und eine Vergemeinschaftung von Haftung und Zinsrisiko gesprochen werde, schwinde sofort der Druck für die Krisenländer zur Haushaltssanierung, sagte er im Deutschlandradio.
Hintergründe
Nachdem immer noch keine Lösung für die Schuldenkrise in Sicht ist, sind die Renditen europäischer Staatsanleihen weiter gestiegen. Am Mittwoch stiegen die Zinsen für französische und belgische Bonds nach Berichten über Probleme bei der Rettung der Dexia SA. Die Zinsen für belgische Staatsanleihen kletterten um acht Basispunkte auf 5,12%. Italienische und spanische Anleiherenditen zogen ebenfalls an.Der Hintergrund: Moody’s äußert offen die Sorge, ob Frankreich langfristig die Bestnote AAA behlten könnte. Vorausgegangen war eine “versehentliche” Herabstufung der Ratingagentur S&P, die per Fax an alle Agenturen gemeldet wurde und sofort als “Irrtum” revidiert wurde, aber der Markt hatte sofort reagiert. Alle großen Euro-Länder außer Deutschland gerieten am Anleihenmarkt noch heftiger unter Druck. Die Risikoaufschläge stiegen besonders für Frankreich und Spanien, die neue Anleihen für zehn Milliarden Euro ausgeben wollen.Für zehnjährige Papiere aus Paris verlangten die Gläubiger Zinsen von bis zu 3,8 Prozent, mehr als doppelt so viel wie für deutsche Bundesanleihen. Die Rendite zehnjähriger griechischer Anleihen notierte mit 28,9 Prozent auf Höhe des am Mittwoch erreichten Rekordstands.
28,9 % Zinsen für Staatsanleihen würden jeden EU-Staat in die Insolvenz treiben - 28,9% Zinsen würden auch den deutschen Staatshaushalt sprengen: Die Belastungen an Zinszahlungen würden von aktuell 40 Milliarden auf über 570 Milliarden ansteigen – bei einem gesamten Staashaushalt von 306 Milliarden….!
Immer noch schwebt das Damoklesschwert “EFSF” über uns
Wir haben schon mehrfach über die Gefahren, die uns durch den EFSF-Vertrag drohen, berichtet. Beim EFSF geht es wie bei den Eurobonds darum, EU-Staaten, die durch eine verfehlte Haushaltspolitik ihre Schulden übermäßig erhöht haben und nun die Zinsen, die der Markt verlangt, nicht mehr erbringen können, mit “billigem Geld zu versorgen”. Eine Illusion, die nun alle Politiker erfasst hat. Einige Abgeordnete des Bundestages versuchen mit allen Mitteln das in Kraft treten zu verhindern. Aber wir sind skeprisch, ob das gelingen wird. Warum? Wir haben schon einmal diese Frage gestellt: Gibt es vielleicht im Hintergrund bereits eine Übereinkunft oder eine überparteiliche “Schatten.Fraktion“, deren Abgeordnete sich aus Mitgliedern aller oder fast aller vom Volk in den Bundestag gewählten Parteien und ihrer Parteilisten zusammensetzen? Wollen diese Abgeordneten erreichen, das aus Deutschland ein “Bundesstaat’ der ‘Europäischen Union“ wird? Wenn ja, stellen sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, gefährden den Bestand der Bundesrepublik Deutschland und verfolgen das Ziel, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen. Das würde zu den Äußerungen des EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso passen. Er widerspricht nun ganz offen der Kanzlerin – der Kampf um die Vorherrschaft Brüssels hat begonnen. Denn eines ist klar: Brüssel will nun Europa regieren. Im Kleinen haben die Brüsseler Bürokraten schon begonnen, uns ihre Vorherrschaft zu zeigen: Regelungen, die jeder Vernunft widersprechen, wurden durchgesetzt. Jetzt geht es um das große Ziel - fast ist es erreicht: Ein einiges Europa – geführt und bestimmt von den Technokraten in Brüsssel.
Fazit:
Europa und die USA stehen am Rande eines finanziellen Zusammenbruchs. Die Europäer glauben, dass die Taktik der FED, Geld in Mengen zu drucken und so zu sagen aus dem Nichts zu erschaffen, aufgeht und ahmen das nach:
Die EZB kauft Staatsanleihen auf, mit Eurobonds versucht EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso die Eu-Staaten, die alle nach Geld lechzen, hinter sich zu bringen. Und mit dem EFSF versucht man zukünftig die Schuldenstaaten mit billigem Geld zu versorgen – Schulden an allen Ecken und Enden. Das kann gut gehen, aber wenn ein Rädchen klemmt, auch nur ein kleinstes Rädchen den Geldfluss unterbricht, kommt es zur Katastrophe. Daher wiederholen wir es immer wieder:
Nur Sachwerte sind in diesen Zeiten sicher. Lesen Sie dazu unsere Beiträge: Sicherheit I bis IV
Nehmen Sie unsere Mahnung ernst: Raus aus Geldwerten und rein in Sachwerte.
In unserem nächsten Beitrag versuchen wir Ihnen einmal zu zeigen, wer letztlich für diese Schuldenpolitik verantwortlich ist – oder besser: Wer profitiert von all diesen Schulden. Ein sehr spannender und hintergründiger Beitrag- soviel schon jetzt dazu.
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