Breaking News- Portugal bringt Eurozone in Gefahr

Ein Unglück kommt selten allein: 4 Wochen vor Weihnachten stuft nun auch die Ratingagentur Fitch Protugals Staatsanleihen auf Ramschstatus herab – BB+ nach bislang BBB-. Der Ausblick sei negativ, Portugal habe keinen Status als Investment-Land mehr. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit den großen Ungleichgewichten im Haushalt, der hohen Verschuldung über alle Sektoren hinweg sowie einem ungünstigen konjunkturellen Ausblick. Fitch rechnet damit, dass die portugiesische Wirtschaft nächstes Jahr um drei Prozent schrumpft. Moodys hatte bereits im Juli dem Land diesen Status gegeben.

Am gleichen Tag legen ca. 1 Million der rund 10 Millionen Portugiesen die Arbeit nieder und gehen, nach einem Aufruf der zwei großen Gewerkschaftsverbände, die zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen haben, auf die Straße. Hunderte von internationalen Flügen mussten gestrichen werden, Nahverkehrszüge standen still und auch die U-Bahn von Lissabon hatte den Betrieb eingestellt. Behörden wurden bestreikt, Gerichte und Schulen blieben geschlossen und auch die Müllmäner und Postboten hatten die Arbeit niedergelegt. Seit 2004 sind die Gehältr und Löhne nicht mehr gestiegen und der fallende Lebenstandart gipfelte nun in diesem Streik, dem größten seit über 20 Jahren. Die Arbeitslosigkeit liegt in Portugal zwar nur bei 12,4 Prozent – im Gegensatz zu Spanien mit über 20 % – , aber wird Prognosen zufolge weiter steigen. Überdies leidet Portugal unter den drastischen Kürzungen der öffentlichen Ausgaben und Steuererhöhungen. Einkommenssteuer, Mehrwertsteuer und Körperschaftssteuer wurden angehoben, gleichzeitig wurden Wohlfahrts- und Gesundheitsausgaben gekürzt.

Nach Voraussagen der Europäischen Kommission wird Portugals Wirtschaft 2012 um drei Prozent schrumpfen – das ist der schlechteste Wert in der gesamten 17 Staaten umfassenden Eurozone. Die Zinsen für Zehnjahres-Schuldverschreibungen liegen bei zwölf Prozent – das ist zwar noch nicht so hoch wie die 30 Prozent, die Griechenland für solche Anleihen an Zinsen zahlen muss, aber weit höher als die sieben Prozent, die als Grenze für die Handlungsfähigkeit eines Staates gelten.
Quelle: derwesten.de

Um einmal das Ausmaß dieser Schulden zu verdeutlichen, bzw. zu zeigen, wie der Haushalts Portugals durch eine 12 % Zinszahlung für Staatsanleihen belastet wird, setzen wir das einmal in einen Vergleich zum deutschen Haushalt. Wenn Deutschland 12 % Zinsen für seine Staatsanleihen zahlen müsste, wäre dies eine Belastung von 240 Milliarden - nur für Zinszahlungen. Das wären doppelt so hohe Ausgaben wie der größte Etat, der Etat für Arbeit und Soziales und würde den Gesamthaushalt, der mit 306 Milliarden veranschlagt ist, sprengen. Wir wären pleite. Kein Wunder also, dass die Ratingagenturen keine Zukunft mehr in den Schuldenstaaten Griechenland, Portgal und Spanien sehen und deren Zinsbelastunen für Staatsanleihen daher ständig steigen. Das Risiko eine Teil- oder Gesamtverlustes ist inzwischen den meisten Anlegern zu hoch.

Aber nun schwappt diese Welle auch zu uns : Der gestrige, äußerst schlechte Verkauf der deutschen Staatsanleihen zeigt heute seine Wirkung. Die Zinsen für die Anleihen steigen auf 2,25 Prozent, den höchsten Wert seit Ende Oktober. Somit liegen sie sogar höher als die Großbritanniens (2.196 Prozent). Die 2-jährigen Anleihen stiegen auf 0,48 Prozent. Zwar gilt Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone als relativ sicherer Hafen, aber das Interesse an den Staatsanleihen nimmt deutlich ab. Die misslungene Auktion vom Mittwoch schockte den Markt.
Quelle: deutsche-mittelstands-nachrichten.de

Da inzwischen auch die EZB weiter Schrottpapiere – Staatsanleihen der so genannten PIIGS-Staaten - gekauft hat und auch Frankreich bei den Analysten nicht mehr auf ein Tripple A kommt, wird die Gefahr für die Eurozone immer deutlicher:
Das Zahlenspiel mit Milliarden und aber Milliarden von Euros – ohne irgendeine Deckung – hängt an einem seidenen Faden.

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