Neujahr 2012 – ein Ausblick
Am Ende eines Jahres zieht man gerne ein Resümee des vergangenen Jahres und macht sich Gedanken über die unmittelbare und mittelbare Zukunft. Was ist in diesem Jahr geschehen? Welche Hoffnungen haben wir, und welche davon sind realistisch? Wird die Europäische Union die Spannungen, die durch die Schuldenkrise entstanden sind, überstehen oder wird sie auseinander brechen? Wird der Euro überleben? Wird der US-Dollar dem Druck, der durch die ständig wachsende Schuldenlast auf ihm liegt, gewachsen sein? Alles Fragen, die uns bewegen und für die wir Antworten suchen.
Bei der Vorbereitung zu diesem Beitrag habe ich mir die Neujahrsbotschaft vom 31.12.2010 durchgelesen und war erstaunt, wie der Inhalt die Zukunft getroffen hat und gleichermaßen überrascht darüber, wie sehr sich meine Gedanken zum Jahreswechsel von damals gleichen. Mit einem kleinen Unterschied: Es ist nichts besser geworden.
Das Jahr 2011 – Vorhersagen traten ein
Hier der Text von 2010:
“..Über das Jahr 2010 wird man schreiben, dass wir alle auf der Welt noch einmal haarscharf an einer Krise “vorbeigesegelt” sind. Ob in Europa, in den Vereinigten Staaten von Amerika oder im Rest der Welt – alle hatten nur eines im Sinn: Die Volkswirtschaft “am Laufen” zu halten. Dabei wurde vor nichts halt gemacht: Ob das die Amerikaner waren, deren Zentralbank, die FED, ihre eigenen Staatsanleihen aufkaufte oder die EZB, die ebenso griechische und andere Staatsanleihen der Europäische Union übernahm – letztlich anfangs ohne Genehmigung.
Fakt ist: Es wurde eine Unmenge Geld in Umlauf gebracht, Geld, das durch nichts gedeckt war, bzw. das eigentlich nur dem Wert des Papiers entsprach. Inflation lässt grüßen, möchte man meinen. Tatsächlich war aber der erste Eindruck, dass die Geldmengen nur den großen Schuldnern der Finanzkrise nutzten, also den Banken.
Aber wie so oft im Leben, täuschte dieser erste Eindruck: Die Wirtschaft lief langsam und dann immer schneller an – auch ohne das Geld, das eigentlich für Kredite gedacht war. Ja Ende 2010 kann man sagen: Die Wirtschaft in Europa boomt wieder, angetrieben vom Wirtschaftsmotor Deutschland. Inzwischen stieg auch die Binnennachfrage in Deutschland wieder in einem Maße, dass der Einzelhandel Jahrzehnte nicht mehr erlebt hatte. Alle sind zufrieden – möchte man meinen. Aber schon unken die ersten Chefvolkswirte der Banken, dass diese Wirtschaftswachstum auf tönernen Beinen stehe und es 2011 wieder langsam zurückgehen werde…..”
Und weiter stand da zu lesen “…Wenn Sie die Nachrichten hören und sehen, wenn Sie die Tageszeitungen lesen, überschlagen diese sich vor positiven Prognosen für 2011, ja erzeugen fast eine euphorischen Stimmung. Aber wie ist die Realität? Kann es gut gehen, wenn die Zentralbanken der größten Wirtschaftsnationen der Welt – außer China – soviel wertloses Papiergeld in den Markt gepumpt haben? Manchmal kommt mir das vor, wie die Ruhe vor dem Sturm. Jeder, der mich kennt, weiß, wie positiv ich das Leben angehe. Aber das bedeutet doch nicht, dass man einfach nicht hinschaut und sich keine Gedanken macht. Ein positiver Mensch ist nicht jenseits von Gut und Böse, sondern er ist sich bewusst, dass er die Entscheidungsfreiheit darüber besitzt, ob sein Leben positiv verläuft. Alles andere ist Dummheit. Irgendwann holen uns die Geister, die wir gesät haben, ein. Eine solch angestiegene Geldmenge gab es noch nie und daher gibt es zu dieser Situation auch keinen Vergleich.”
Wenn man diese Beobachtung mit der heutigen Situation vergleicht, so bin ich selbst überrascht, wie nahe ich an der Realität war, ja man könnte fast meinen, dass ich einen Blick in “die gläserne Kugel” geworfen habe.
Konsequenzen für 2012 aus der Entwicklung 2011
Eigentlich ist die Situation Anfang 2012 zu Anfang 2011 ziemlich gleich: Die Geldmenge, die den Planeten überschwemmtn ist nicht niedriger, sondern größer geworden. Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe 50 vom 12.12.2011 – die ich Ihnen dringend empfehle -, dass der Devisenmarkt jetzt eine Größenordnung von über 1000 Billionen $ erreicht hat (1000 Billionen ist eine Zahl mit 12 Nullen: 1.000.000.000.000). Der Devisenmarkt hat nun die 700 Billionen $ überschritten, während die so genannte “Realwirtschaft”(allein dieses Wort zeigt deutlich, in welcher Welt wir Leben- “irreal”) bei ca. 70 Billionen $ liegt. Das muss man sich einmal auf der Zunge vergehen lassen: Die globale Wirtschaft hat einen Rahmen von 70 Billionen$ und die “Wetten”, die Derivate, umfassen das 10-fache!
Die Banken sind allesamt immer noch in einer sehr schwierigen Situation. Der Stresstest der EU ergab Werte, die einen erzittern lassen. Und selbst die Banken, die in diesem Stresstest hervorragend abgeschnitten haben, sind nicht vor einem Zusammenbruch gefeit, wie das der Run in Lettland auf die Swedbank gezeigt hat. Die Swedbank gehört in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten. Aber als über Twitter verbreitet wurde, dass die schwedischen Geldhäuser in einer Schieflage seien, begann ein Run auf die Geldautomaten. Bei der SEB waren daraufhin nach kürzester Zeit 15 Prozent der 234 Automaten ohne Bargeld.
Bei all der Angst um die Banken wird dabei immer übersehen, dass die Versicherungen noch mehr gefährdet sind, denn sie sind auf Grund der Gesetzeslage gezwungen, das Geld der Sparer in Staatsanleihen anzulegen. Die sind entweder an einem Zinstiefpunkt angelangt, wie die deutschen Staatspapier oder sie bringen hohe Zinsen, aber werden entweder gar nicht eingelöst oder mit einem großen Abschlag, wie im Fall Griechenlands. Hier ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum ersten “Crash” einer Versicherungsgesellschaft kommt. Ich wage zu behaupten, dass die große Gefahr für den Euro nicht von den Banken, sondern von einem Zusammenbruch der Versicherungswirtschaft ausgehen wir.
Ausblick für 2012
Der Unterschied zu der Jahreswende 2012 zu 2011 liegt vor allem in den “gefühlten Aussichten” für das kommende Jahr. Die ständigen “schlechten Nachrichten” über die Finanzbranche haben nun auch die Börsen verunsichert. Die Schuldenkrise wird auch 2012 das beherrschende Thema an den Märkten sein. Die Märkte, die durch die unentschlossene Politik, die immer noch keine Regelung der Finanzmärkte begonnen hat, nicht einmal im Ansatz, lassen nun die Börsen zu einer Schaukelbörse verkommen. Das schockiert die Anleger und lässt selbst Fondsmanager unruhig werden. Dabei handelt es sich bei Aktien und Aktienfonds um Sachwerte, also um einen letztlich sicheren Wert – im Gegensatz zu Produkten der Banken und Versicherungen. Aber unsere Sicht der Dinge ist – menschlich bedingt – immer sehr kurz. Daher gilt es hier den Menschen klar zu machen, dass sie sich darüber Gedanken machen sollten, was nach einem Crash an Werten bleibt. Sicher kein Geldwert, wie wir es aus der überlieferten Geschichte her wissen. Oder auch aus der letzten Zeit: Die Lehman Brothers Bank hatte als Rating AAA. Das bedeutete, dass die Angebote dieser Bank als sicher galten. Aber die “sicheren” Zertifikate der Bank waren nach deren Crash nichts mehr wert!
Die Ratingagenturen haben auf die damit verbundenen Vorwürfe reagiert und in den letzten Monaten schwächelnde Staatsanleihen herabgestuft. So haben nur noch eine handvoll EU-Staaten ein AAA-Rating und selbst Frankreich und Deutschland werden schon gerügt. Vielleicht fällt Ihnen jetzt auf, wie sehr sich das Ganze ähnelt! Anleger flüchten derzeit in Tagesgeld oder Festgeld. Wie schnell kann sich das “Lehman Brothers-Problem” – vorgegaukelte Sicherheit durch AAA-Rating – wiederholen! Denn für europäische Banken gilt das Gleiche: Geht die Bank pleite, ist das Geld weg. Sie glauben, dass dann die Einlagensicherungsfonds helfen? Dann lesen Sie einmal unseren Beitrag dazu.
Sachwerte – Anlagen die Ihnen gehören: Kein Dritter hat Zugriff
In solchen unsicheren Zeiten sind auch die Bürger verunsichert. In allen Umfragen wird die Unsicherheit in Gelddingen festgestellt. Über 80% glauben – nach den Ergebnissen der Umfragen – nicht mehr an eine Zukunft des Euros und wissen aber nicht, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Damit wird deutlich, wie sehr der Satz auf der Rückseite des Buches DIE FINANZBIBEL der Wirklichkeit entspricht: “Wir lernen soviel in den Schulen, was wir später im Leben nie mehr brauchen – aber wie lernen nichts über Finanzen”. Das ist Methode und so ist – nicht nur für Betrüger – Tür und Tor geöffnet, den Menschen Dinge glauben zu machen, die bei genauerer Betrachtung unrealistisch sind. Auf den Nenner gebracht, zeigt unser Slogan worauf Sie achten müssen: Raus aus Geldwerten, rein in Sachwerte. Aber Sachwerte – Immobilien, Aktien, Aktienfonds, Edelmetalle etc. – werden immer wieder durch Presseberichte verunglimpft. Auch das ist Methode, denn sonst könnten Banken und Versicherungen ihre Produkte nicht an den Mann bringen.
Beispiel: Gold
Immer wieder wird von manchen “Experten” darauf hingewiesen, dass der Preis des Goldes zu hoch sei und eine Anlage in Gold – oder Silber – zu Verlusten führen könnte. Das ist richtig, wenn Sie Edelmetalle als Spekulationsobjekte ansehen. Aber das trifft doch nicht zu, wenn ich Silber oder Gold als Anlage nutze, um das Vermögen zu schützen. Der Herausgeber des bekanntesten und anerkanntesten amerikanischen Anlagebriefs, Porter Stansberry, hat es auf den Punkt gebracht:
“Natürlich kenne ich Ihre Bedenken, weil Gold in der letzten Dekade über 300 % nach oben gesprungen ist. Aber glauben Sie mir, wenn der U$ Dollar seinen Status als Weltwährung verloren hat, war dieser vergangene Run auf Gold nur ein Abbild dessen, was dann passiert. Ich wäre überrascht, wenn Gold in den nächsten Jahren nicht den Stand von 5000,00 Euro überspringen würde.
Die besten Kenner der Märkte, wie Georg Soros, David Einhorn und John Paulson haben alle riesige Positionen in Gold gekauft. Und wenn Sie das nicht auch tun, dann …”
Und genau dies ist der Grund, warum Banken, die eine Lizenz dafür haben Geld aus dem Nichts zu schöpfen (Fiat Monet) den Goldpreis drücken wollen – und vor dem Ankauf von Gold warnen.
Ziehen wir ein Fazit:
Wenn Sie unsere Hinweise noch nicht überzeugt haben, so lesen Sie unsere Beiträge über die Inflation und über die “sicheren Anlagen“. Oder sehen Sie sich unsere Video über die Lebensversicherungen an. Wenn Sie doch noch Geldwertanlagen in ihrem Portefeuille haben, dann handeln sie. Denn eine erkannte Gefahr kann nur durch Handeln gebannt werden. Ansonsten lassen Sie sich nicht ängstigen. Denn gedachte Ängste ziehen wirkliche Ängste nach sich. Wie haben es uns die Alten schon richtig überliefert: Achte auf deine Gedanken, denn aus den Gedanken werden Worte, achte auch deine Worte, denn aus deinen Worten werden Taten….”
Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit, Glück und das alles, was Ihnen am Herzen liegt, in Erfüllung geht.
Die Zeit ist reif!
Ihr
Franz J. Herrmann
1. Vorstand
Bund der Sparer e.V.
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“Nur wer etwas tut, kann etwas bewegen!”
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